Baukultur

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ (Karl Valentin)

Die Renovierung beginnt als Dekonstruktion: Kunststoffböden, Ausgleichsmassen, Gipsspachtel und Sauerkohlplatten, Ölfarbensockel und Raufasertapete, uniforme Fenster, betonierte Hofflächen. Verwendete Chemiestoffe haben kaschiert, nicht geschützt, und Zerstörungsprozesse beschleunigt.

Darunter liegt das Herz: Mauerwerk und Holzkonstruktionen, die Geschichten erzählen. Deshalb sollten es ja alte Gebäude sein!

Den alten Geschichten neue hinzufügen! Ja! Wir tauchen in jedem Raum in neue Dimensionen baulicher Kreativität ein:

 

Asienzimmer

Schilfwand3

 

 

Die befreite Unregelmäßigkeit der alten Wände ist von einer Lebendigkeit, die eine neue Wand niemals auszustrahlen vermag: Stein auf Stein gemauert ist heute unfassbare Mühsal. Das zu restaurieren wirtschaftlicher Irrsinn. Aber von faszinierender Schönheit!

Das urbane Paradigma der glänzende Fassade hat in dieser Mühle keinen Platz! Statt dessen wird die Stummheit abwaschbarer Oberflächen nach und nach erlöst. Wände werden wieder Kommunikationsflächen: Lehm, Naturstein und Holz tauschen sich mit der Umgebung aus. Öle und Quark erhalten die Diffusion, Naturpigmente ermöglichen einen traumhaft schönen Farbenreichtum. Und mit örtlichen Handwerkern, die uns eine Zeit begleiten wollen, begeben wir uns auf die Suche…