Gebäude & Wasserkraft

Die Gebäude und die Kraft der Elemente 

 

 

Illustration: Konrad Eyferth

Illustration: Konrad Eyferth

 

 

 Vier Gebäude auf dem Mühlengrundstück säumen das Bachufer: gewaltige Klötze, die Vorbeifahrende staunen machen. Die heutigen Umrisse stammen aus dem 18. und 19. Jhdt: Eigentümer und Nutzung wechselten nach Abschaffung des Mahlzwangs im 19. Jhdt. immer wieder, Gebäudeteile fielen den Flammen zum Opfer, es wurde um- oder neugebaut.

Die riesigen Nutzflächen der vier Häuser wurden in der DDR-Zeit als Kinder- und Ferienheim umgenutzt. Lange nach der Wende erst ließ das Interesse an Gruppenunterkünften nach, die Betreiber der Mühle wechselten in immer kürzeren Abständen, sodaß das Land Berlin die Immobilie schliesslich zum Verkauf stellte – lange erfolglos.

Jahre später im Frühsommer 2011: Zwei Menschen auf der Suche nach einem Ort der Entfaltung. Nach wenigen Schritten über das Grundstück leuchtet die Klarheit: Das Potential für ein Paradies ist da! Aber meine Güte, was sollen wir mit so vielen Flächen und Räumen?

Speicher, Mühle, Remise und Anbau: Vier Gebäude sind im Kern erhalten, jedoch so verändert, dass das Denkmalamt abgewunken hat: Die historische Substanz sei nicht mehr erkennbar und darum nicht schützenwert. Es dämmert erst später, welches Geschenk diese Absage ist.

Wir nehmen die Herausforderung an und verlieben uns.

Die Funktion als Mühle wurde wohl um 1920 endgültig aufgegeben, das Speichergebäude zur Unterkunft umgebaut und das Mühlengebäude zum E-Werk, wie das Haus heute noch im Volksmund heisst. Bis in die 50er Jahre versorgte ein Gleichstromgenerator im Turbinenhaus das Dorf mit Elektrizität. Dann wurde die Technik zurückgebaut, das Wehr blieb stehen.

Heute daran anknüpfen? 15 KW Leistung aus Wassermenge und Gefälle generieren? Das Grüne Herz ist hin- und hergerissen: Die „kleine“ Wasserkraft wird oft geächtet, das WSA beschied uns „es lohnt sich nicht“. Ist die Nutzung der Wasserkraft eine Gefahr für die Gewässerfauna? Jedenfalls ist sie keine Existenzgrundlage!

Laut Beschluss der EU aus dem Jahr 2005 sollen alle Fischarten die Wehre wieder passieren können. Ein Neubau des Himmelpforter Wehrs ist in Planung, kommt aber als phantasielose technoide Reissbrettkonstruktion daher und setzt den Charme und die Natürlichkeit des heutigen Bachlaufs gnadenlos aufs Spiel.

Geht Wasserbau heute nicht auch als touristische Bereicherung?


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